Immanuelkirche Reichenbach / Friedenskirche Mylau

   
 






Monatsspruch November 2007

Wer das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt (Jak 4, 17)

Gottes Geschenk
"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", schrieb Erich Kästner und wusste offensichtlich, dass die einfachen Dinge des Lebens eine schwere Übung sind. Denn: "Das Bessere ist der Feind des Guten", lehrt ein anderer Sinnspruch. Groß sind die Versuchungen zum Besseren, aber auch die zum Unguten im Sinne der eigenen Interessen, jenseits des einfach nur Guten - wie im Jakobusbrief. Die großen Dramen der Weltgeschichte und des Theaters lehren uns, wie fehlbar Menschen sind. Wie sie sich verstricken in die Gier nach einer besseren Welt. Oder wie sie sich verführen lassen und auf der Jagd nach dem eigenen Vorteil auf schiefe Bahnen und in tiefe Abgründe geraten. Auch die kleineren, aber nicht minder schmerzhaften Dramen im persönlichen Leben verleiten immer wieder kreuzbrave Menschen, das von ihnen erkannte Gute, das sie tun könnten, gerade eben nicht zu tun. Sei es aus Wut, Trauer, Neid oder Eifersucht oder aus dem Wissen heraus, belogen und betrogen worden zu sein. Missbrauchtes und zerstörtes Vertrauen verführen geradezu dazu, den niederen Instinkten zu folgen. Jetzt erst recht den eigenen Nutzen zu suchen und dann diese Überlegenheit gegen den anderen auszuspielen. Die größte Freiheit, die uns Gott geschenkt hat, ist der freie Wille. Die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden: zum Guten, zum Besseren oder aber zum eigenen Profit auf Kosten anderer und zur Sünde. Sünde jedoch ist Verstoß gegen den Willen Gottes. Und der will von uns nicht das Bessere, sondern einfach nur das Gute. Ja, noch weniger, nämlich das als gut Erkannte einfach nur zu tun.

Karin Bertheau

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