Andacht zum Monatsspruch
Die den Herrn lieb haben sollen sein, wie die Sonne aufgeht in ihrer Pracht. (Richter 5, 31)
Mit diesem Satz müsste man morgens aufwachen und abends schlafen gehen. Kaum jemand kennt noch das Richterbuch im Alten Testament - aber viele sollten diesen wunderbaren Satz kennen über die Gottesliebe. Wer Gott liebt, soll wie Sonne sein. Soll sein wie diese Pracht am Morgenhimmel, wenn allmählich die Sonne aus der Versenkung kriecht und die Welt erleuchtet. Und wie macht man das nun, Gott zu lieben?
Das ist so schwer nicht. Am Anfang steht eine Entscheidung: Glaube ich an den Zufall oder glaube ich, dass es Sinn gibt, den Gott schenkt? Dazu schaue ich mit großer Geduld auf mein bisheriges Leben. Alles Zufall? Oder ein tiefer, vielleicht verborgener, manchmal aber doch fühlbarer, sichtbarer Sinn? Mit der Antwort beginnt es. Wer mit dem Zufall antwortet, muss dann nicht weiterdenken. Wer aber lieber von Sinn spricht, auch wenn der nicht immer zu verstehen ist, weiß dann auch, dass Gott der Wille ist hinter dem Sinn. Was ich von Gott wissen kann, erzählt die Bibel. Sein Wille schuf die Erde und die Menschen. Sein Wille war es, dass Jesus uns die Liebe gab. Sein Wille ist, dass kein Mensch auf Erden lebt, der nicht von ihm geliebt wird. Das erzählt die Bibel. Und die Kirche mit ihren Gottesdiensten hilft uns, den Willen Gottes möglichst gut zu verstehen. Wer Gott dient, beginnt ihn zu lieben. Davon bin ich überzeugt.
Wer Gottesdienste nicht scheut und Gott gerne anbetet, weil er auf Sinn hofft, findet Liebe - Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen. Wer Gott liebt, kann gar nicht anders, als auch die Menschen zu lieben. Wer Gott liebt, kann gar nicht anders, als seinen Mitmenschen ein Glanz des Himmels sein, der ihr Leben heller macht. Allmählich, immer mehr, verändert sich so mein Leben. Liebe verändert immer, wenn sie ernst ist. Sie macht mich ruhiger, freundlicher, sogar fröhlicher. Ich lebe unter Gottes Himmel. Ich lebe in seinem Reich, das mit Jesus angebrochen ist. Ich muss mich nicht fürchten, weil Gott an meiner Seite bleibt, auch wenn es dunkel wird. So beginnt Freude. Und Freude ist ja, als ginge die Sonne auf in ihrer ganzen Pracht.
(nach Michael Becker)





