Sie blieben aber beständig ...
Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen
und im Gebet. Apg. 2, 42
Diese Worte klingen heute ein wenig wie aus einer anderen Welt. Wir leben doch mit dem
Zwang zu viel Flexibilität. Dauernd gibt es Veränderungen!
Wenn ich zu einem ganz alten Adressbüchlein in meinem Bücherregal greife, dann kann ich
darin etwas Erstaunliches entdecken. Manche meiner Freunde, Verwandten aber auch Klassenkameraden
haben z.T. mehr als 30 Jahre in einem Dorf, einem Haus gelebt! Heute ziehen
Menschen viel häufiger um, wechseln häufig (oft gezwungenermaßen) den Arbeitsplatz und
leider immer öfter auch den Lebenspartner...
Passen die Worte dann überhaupt in unsere Gegenwart?
Sind sie "praktikabel" für uns ? Wenn wir das Gemeindekernwort aus der Apostelgeschichte,
Kapitel 2, Vers 42 betrachten, dann sind mit den vier Schwerpunkten "Lehre,
Gemeinschaft, Brotbrechen und Gebet" Dinge aufgezählt, die auch vor knapp 2000 Jahren
schon ein deutliches Ja verlangten. Und zwar ein Ja zur Gemeinde, dass zum Ja zu Christus
unbedingt hinzukommen muss. Unterweisung im Glauben ( = Lehre) ist mehr als ein gutes
christliches Buch lesen... Zusammen sein und das Leben teilen (= Gemeinschaft) kann man
nicht mit zwei Begegnungen pro Jahr... Abendmahl ( = Brotbrechen) heißt nicht Weißbrot
und Rotwein zu Hause, sondern führt in die Schar der Menschen, die mit mir Gottes Liebe in
Jesus beim Abendmahl feiern... Miteinander Beten ( = Gebet ) ist mehr als mein stilles Reden
mit Gott, ist auch Fürbitte der anderen für mich und mein Einstehen für sie...
Dazu Ja sagen? Damit wir uns nichts falsch verstehen: es geht trotzdem nicht um eine erzwungene
Sache. Wenn jemand die "große Liebe" gefunden hat, wird ihm / ihr die Zeit mit
dem anderen doch auch keine Last sein, sondern Freude. So ungefähr hat es sich in der Urgemeinde
abgespielt. Man hatte die große Liebe gefunden - Jesus! Nun erlebten die Christen
eine ungeahnte Freiheit und viel Freude. Und dies wurde zur Alltagserfahrung auch mit Hilfe
des "beständig bleiben", eines Dran- Bleibens aus Liebe, aber auch mit innerem "Ich will
das!" Ich will mit den anderen im Glauben unterwegs sein!
Im Hinblick auf meine Adressbücher habe ich mich dran gewöhnt, öfters einmal zu ändern
und zu korrigieren. Im Hinblick auf unser Leben mit den Kirchgemeinden und Gemeinschaften
sollten wir uns unabhängiger machen von "Launen" und "passenden Gesichtern" und
einfach das Miteinander suchen und pflegen. Es wird den Gemeinden und unserem Glauben
gut tun.
Pfingsten ist die Zusage Gottes, zu solchem Lebensstil des gemeinsamen Dran- Bleibens am
Glauben auch uns zu helfen - durch seine Kraft, sein Wirken an uns!
Christian Meischner





